Allgemeine Bibliographie zur Neuen Phänomenologie

Diese Bibliographie, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, sammelt relevante Beiträge aus dem weiten Umkreis einer an der Neuen Phänomenologie Anhalt nehmenden Besinnung, die nicht von Hermann Schmitz stammen oder in der Reihe "Neue Phänomenologie" erschienen sind.

Die Literaturhinweise sind thematisch sortiert und innerhalb der Themenfelder nach der Art des Werkes und aufsteigendem Erscheinungsjahr gruppiert:

Einführungen

Philosophie des Raumes & der Umwelt

Ästhetik & Philosophie der Wahrnehmung

Theorie der Subjektivität

Interkulturalität

Politische Philosophie

Therapeutik/Coaching

Kulturkritik

Soziologie

 

HINWEIS: DIE SEITE BEFINDET SICH NOCH IM AUFBAU!

 

 

Einführungen

1
Jens Soentgen: Die verdeckte Wirklichkeit. Einführung in die Neue Phänmenologie von Hermann Schmitz. Bonn 1998.


Philosophie des Raumes & der Umwelt

Bücher

1
Jürgen Hasse: Unbedachtes Wohnen. Lebensformen an verdeckten Rändern der Gesellschaft. Bielefeld 2009.

2
Jürgen Hasse: Atmosphären der Stadt. Aufgespürte Räume. Berlin 2012.

3
Jürgen Hasse: Was Räume mit uns machen - und wir mit ihnen. Kritische Phänomenologie des Raumes. Freiburg/München 2014.

4
Jürgen Hasse: Der Leib der Stadt. Phänomenologische Annäherungen. Freiburg/München 2015.

5
Jürgen Hasse: Versunkene Seelen. Begräbnisplätze für ertrunkene Seeleute im 19. Jahrhundert. Freiburg/München 2016.

Aufsätze

1
Jürgen Hasse: "Atmosphären und Stimmungen im Denkmalschutz – Zur Überwindung des Visualismus im Denkmalschutz", in: Die Denkmalpflege (68. Jg.), H. 2/2010, S. 108-126.

2
Jürgen Hasse: "Emotions in an Urban Environment: Embelishing the Cities from the Perspective of the Humanities", in: Heiko Schmid, Wolf-Dieter Sahr, John Urry (Hrsg.): Cities and Fascination. Beyond the Surplus of Meaning. Farnham/Burlington 2011, S. 49-74.

3
Jürgen Hasse: "Raum der Performativität. 'Augenblicksstätten' im Situationsraum des Sozialen", in: Geographische Zeitschrift, 98. Jg. (2011), Heft 2, S. 65-82.

4
Jürgen Hasse: "Zur Atmosphäre einer imaginären Landschaft. Die 'Toteninsel' von Arnold Böcklin", in: Kuckuck. notizen zur alltagskultur. Heft 2/11,  S. 40-45.

5
Jürgen Hasse: "Brownfields - Charateristics and Atmosphere", in: Martina Baum, Kees Christiaanse (Hrsg.): City as Loft. Adaptive Reuse for Sustainable Urban Development. Zürich 2012, S. 52-58.

6
Jürgen Hasse: "Der pathische Raum", in: der architekt, Heft 2/2012, S.60–63.

7
Jürgen Hasse: "Atmosphären der Stadt – Stadt als Gefühlsraum", in: Kunstforum International, Bd. 218 (Bd. Dezember 2012), S. 132 – 147.

8
Jürgen Hasse: "Zur Atmosphäre eines urbanen Grünraums: Der Park am Gleisdreieck", in: Andra Lichtenstein, Flavia Alice Mameli (Hrsg.): Gleisdreieck / Park Life Berlin. Bielefeld 2015, S. 238 – 243
[On the Atmosphere of an Urban Green Space: Gleisdreieck Park, Pp. 244 – 249].

9
Jürgen Hasse: "Begräbnisplätze als Gelenkräume. Zur Rolle der (Landschafts-) Architektur in der Sepulkralkultur", in: Wolkenkuckucksheim, Internationale Zeitschrift zur Theorie der Architektur. Jg. 20, Heft 34 (2015). S. 111-135 (hier).

Ästhetik & Philosophie der Wahrnehmung

Aufsätze

1
Jürgen Hasse: "Plädoyer für eine Archaisierung der Wahrnehmung", in: Martin Nugel, Sieglinde Lang (Hrsg.): (Un)Sichtbarkeit. Überlegungen zu einer übersehenen pädagogischen Kategorie. München 2014, S. 109-125.

2
Jürgen Hasse: "Atmospheres as expression of medial power. Understanding atmospheres in urban governance and under self-guidance", in: Lebenswelt. Aesthetics and philosophy of experience (2014), S. 214-229 (hier).

3
Jürgen Hasse: "Das Bild – ein visuelles Medium?", in: Antje Schlottmann, Judith Miggelbrink (Hrsg.): Visuelle Geographien. Bielefeld 2015, S. 31-47.

Psychosomatik

1
Wolf Langewitz: "Leib und Seele in der Psychotherapie", in: Broda, M. & Stein, B. (Hrsg): Psychotherapie mit körperlich Kranken. PID – Psychotherapie im Dialog. 2016, 17 (1): 22-28.

Theorie der Subjektivität

Aufsätze

1
Sven Sellmer: "The Neophenomenological Theory of Subjectivity as a Tool for Comparative Studies", in: Argument 1 (2011), S. 9-22 (hier online)

Interkulturalität

1
Werner Müller-Pelzer: „Interkulturelle Kompetenz – Welche praktischen Konsequenzen hat die anthropologi-sche Wende? (2)“, in: Hiller, Gundula Gwenn/Lüsebrink, Hans-Jürgen/Oster-Stierle, Patricia/Vatter, Christoph (Hg.): Interkulturelle Kompetenz in deutsch-französischen Studiengängen: didaktische Konzepte, Methoden, Materialien, Wiesbaden: Springer 2017, S. 87-102.

Inhaltsangabe:

Auf der Grundlage leiblichen Spürens und leiblicher Kommunikation wird interkulturelle Kompetenz als der gekonnte Umgang mit gemeinsamen Situationen charakterisiert. Im Sinne der Völkerverständigung ist vor der zweckrational verengten Handlungskompetenz die über die jeweilige Sprache zugängliche Kompetenz für vorsprachliche, präreflexive Atmosphären notwendig.

2
Werner Müller-Pelzer: „Die leiblichen Grundlagen von interkultureller Lebenserfahrung und Fremdsprachenerwerb“, in: Mäder, Marie-Therese/Metzger, Chantal/Neubert, Stefanie/Oulukpona-Yinnon, Adjaï Paulin/Schellenberg, Louise (Hg.): Brücken bauen, Festschrift zum 65. Geburtstag von Dorothee Röseberg, Universität Halle-Wittenberg, Bielefeld: Transcript Verlag, 2016, S. 123-144.

Inhaltsangabe:

Es ist zu unterscheiden zwischen transkultureller Kompetenz, die bestimmten gesellschaftlichen Zwecken angesichts globaler Veränderungen dient, und interkultureller Kompetenz, die ein vertieftes Verständnis zwischen den Völkern anstrebt. Mit Unterstützung performativer Methoden des Fremdsprachenlernens kann die Wiederentdeckung leiblichen Spürens und leiblicher Kommunikation dazu genutzt werden, dass sich beim Auslandsaufenthalt von Studierenden Grenzen übergreifende includierende und ggf. implantierende gemeinsame Situationen in Europa bilden.

3
Werner Müller-Pelzer:
„The role of corporeal communication in foreign language learning as intercultural experience”, in: Witte, Arnd/Harden, Theo (Hg.): Foreign Language Learning as Intercultural Experience. The Subjective Dimension, Oxford etc.: Peter Lang 2015, S. 67-94.

Inhaltsangabe:

Nach einem kritischen Überblick über die angelsächsische Literatur zur „embodiment“ wird der unterschiedliche Ansatz der Neuen Phänomenologie These im Hinblick auf Fremdsprachenerwerb und Enkulturation skizziert. In Verbindung mit performativen Methoden werden Anwendungsmöglichkeiten für einen Fremdsprachenerwerb in den Blick genommen, in dem leibliches Spüren, leibliche Kommunikation, Kulturerwerb und Persönlichkeitsentwicklung als einheitlicher Prozess aufgefasst wird.

4
Werner Müller-Pelzer: Interkulturelle Existenz“, in: Müller-Pelzer, Werner (Hg.): Selbstevaluation interkultureller Erfahrungen, Göttingen: Cuvillier, 2014. 

Inhaltsangabe:

 

Der Beitrag thematisiert die subjektive, der Beobachtung durch Dritte entzogene Selbsterfahrung, „wenn man sich einer interkulturellen Erfahrung aussetzt oder ihr ausgesetzt wird“. Im Lichte der Neuen Phänomenologie werden verbreitete Theorien zur Begegnung mit Menschen anderer Kulturen kritisch gesichtet. Analog zur Gender-Diskussion ergibt sich, dass das in eine Sprache und Kultur Geboren-werden durch die Leiblichkeit zum eigenen Natursein gehört, zu dem man sich in ein Verhältnis zu setzen hat. Darauf hin werden die Lebensläufe von Alfred Grosser, Stéphane Hessel, Jorge Semprún, Georges Arthur Goldschmidt, Alison Phipps und Heinz Wismann analysiert.

5
Werner Müller-Pelzer:
De la «cultural awareness» à la compréhension «corporelle»”, in: Guenette, Alain Max/Mutabazi, Evalde/Pierre, Philippe/Von Overbeck Ottino, Saskia (Hg.): Management interculturel, altérité et identités, Paris: L’Harmattan 2014, S. 85-94.

Inhaltsangabe:

Über das geschärfte Eindruckserleben in kulturellen Begegnungssituationen wird der Begriff der affektiven Betroffenheit eingeführt, aus der sensualistischen Reduktion befreit und der Zugang zum leiblichen Spüren und damit zur Identität ohne Selbstzuschreibung eröffnet. Die Bedeutung leiblichen Kommunizierens in interkulturellen Situationen wird bislang im internationalen Management weitgehend verkannt, und damit mangelt es am Verständnis für die Unübertragbarkeit spezifischer Erfahrungen. Die Passung eines internationalen Managers für bestimmte Aufgaben kann der Betreffende am Stil seiner individuellen Fassung erkennen.

6
Werner Müller-Pelzer: „La communication interculturelle. La contribution de la Nouvelle Phénoménologie de Hermann Schmitz", in: Louys, Gilles/Sauvage, Emmanuelle (Hg.): De la singularité dans la communication interculturelle: approches transdisciplinaires.
Paris: L’Harmattan 2014, S. 183-191.

Inhaltsangabe:

Auf die Evidenzen des leiblichen Spürens zu achten, ist angesichts des philosophischen Mainstreams eine Zumutung. Der von der Neuen Phänomenologie gebahnte Weg ist aber insbesondere bei interkulturellen Kontakten und den sie beflügelnden oder auch störenden Anmutungen und Gefühlen so vielversprechend, dass die leibliche und sprachliche Kommunikation zusammen die Chancen der Verständigung deutlich verbessern.

 

7
Werner Müller-Pelzer
: «осознания культуры» к телесному пониманию, BECTHӢK. KOCTOMCKOГO ГOCYДAPCTBEHHOГO YHӢBEPCӢTETA Ӣ.M. H.A. HEKPACOBA 2013, TOM 19, No. 1, S. 151-155. („Von der ‚cultural awareness‘ zum ‚leiblichen Verstehen‘“, in: Vestnik, Universität Kostroma, 2012, Bd. 19, Nr. 1, S. 151-155.).

Inhaltsangabe:

Der kurze Aufsatz ist eine Skizze, wie die Neue Phänomenologie für den Fremdsprachenerwerb genutzt werden kann.

8
Werner Müller-Pelzer: 
„Intercultural Competence. A Phenomenological Approach“, in: Witte, Arnd/Harden, Theo (Hg.): Intercultural Competence. Concepts, Challenges, Evaluations, Oxford etc.: Peter Lang 2011, S. 75-88.

Inhaltsangabe:

Aus der Perspektive der Neuen Phänomenologie wird gegen die Verkürzung interkultureller Kompetenz auf Fertigkeiten (skills) argumentiert und für die Öffnung forschender Aufmerksamkeit für das Zusammenspiel von Persönlichkeitsentwicklung und gemeinsamen interkulturellen Situationen (Schmitz) plädiert.

 

Politische Philosophie

1
Werner Müller-Pelzer: „Warum leben wir zusammen, und wie wollen wir zusammenleben? Überlegungen zur Lage in Europa anlässlich des Buches von Ulrike Guérot: Warum Europa eine Republik werden muss! Eine politische Utopie. Bonn: Dietz, 2016. Mit einem Exkurs über Heimatliebe, Patriotismus und Kosmopolitismus", in : impEct No. 8 /2016.

Inhaltsangabe:

Die Diffusität gemeinsamer Situationen erschließt ein Verständnis für Heimatliebe und Patriotismus ohne verhärtende Zuspitzung im Nationalismus. Zugleich verhindert die Leiblichkeit des Individuums, dass es zu einer endgültigen personalen Emanzipation im Sinne eines dogmatischen Kosmopolitismus kommen könnte.

2
Werner Müller-Pelzer: „Le Manifeste convivialiste dans une perspective phénoménologique“, in : Păun, Nicolae/Schirmann, Sylvain (Hg.): Borders, Identities, Communities: The Road to Reconciliation and Partnership in Central and Eastern Europe, Baden-Baden: Nomos 2016 (Veröffentlichungen der Historiker-Verbindungsgruppe bei der Europäischen Kommission, Bd. 18), S. 389-409.

Inhaltsangabe:

Die von Soziologen ins Spiel gebrachte Atmosphäre der Konvivialität wird als Ergebnis eines Zusammenlebens in implantierenden bzw. includierenden gemeinsamen Situationen interpretiert. Über die Einleibung in eine Nachbarsprache, ihre Kultur und in das darin sedimentierte, präreflexive Lebensgefühl wie z.B. im Banat besteht die Chance, national aufgeladene Konflikte zu entschärfen.

3
Werner Müller-Pelzer: „Jenseits der Wachstumslogik – Europa kommt zur Besinnung“, in: Müller-Pelzer, Werner (Hg.): Europe Renaissance. Essaying European Civil Society – Europa-Renaissance. Die europäische Zivilgesellschaft auf dem Prüfstand, Göttingen: Cuvillier-Verlag 2015, S. 189-224

Inhaltsangabe:

Der Beitrag versucht, im Rahmen eines fiktiven Suchprozesses zweier Studierender eines internationalen betriebswirtschaftlichen Studienganges punktuell auf die Bedeutung der Neuen Phänomenologie für die Regeneration Europas hinzuweisen (mit einem englischen Summary: Beyond growthism – Europe comes to ist senses, 225-239).

 

4
Werner Müller-Pelzer: „Europa ein Rückgrat geben – Wie ist heute in Europa Gemeinschaft möglich?“, Beitrag zum Dortmunder Europa-Symposium, in: impEct No. 4, 2009.

Inhaltsangabe:

Vorbereitende Überlegungen, wie die Neue Phänomenologie, d.h. die Leibphänomenologie, die Situationsontologie und die Lehre der Atmosphären, für die Regeneration Europas nutzbar gemacht werden kann.

Therapeutik/Coaching

1
Werner Müller-Pelzer: „Authentizität und Situationskompetenz – Die Rhetorik als Katalysator der Persönlich-keitsentwicklung (Teil 1)", in: impEct No. 2, 2006.

Inhaltsangabe:

Neuere Tendenzen in der Gehirnphysiologie beeinflussen auch die Vorstellungen, die die Unternehmen über ein wünschenswertes Persönlichkeitsprofil für effiziente Teams formulieren. Gegen den sich verbreitenden methodischen Reduktionismus im Umgang mit Mitarbeitern wird auf Erkenntnisse der Neuen Phänomenologie, insbesondere die Leibphänomenologie, zurückgegriffen. Ausdruck und Eindruck in leiblicher Kommunikation, die Situation als Gegenstandstyp in der Wahrnehmung sowie die Gefühlsbasis rhetorischer Situationen bilden die Basis für einen ganzheitlichen Zugang.

Kulturkritik

1
Werner Müller-Pelzer: „Totale Vernetzung durch ‚Ubiquitous Computing‘ – epochaler Fortschritt oder epochaler Irrweg?“ in: impEct 1, 2005.

Inhaltsangabe:

Nach der kritischen Lektüre des von F. Mattern herausgegebenen Sammelbandes „Total vernetzt. Szenarien einer informatisierten Welt“ wird die Schmitz’sche Kritik des sog. naturwissenschaftlichen Weltbildes vorgetragen sowie die Gegenüberstellung von Konstellationen und Situationen erläutert.

Soziologie

1
Robert Gugutzer: Verkörperungen des Sozialen. Neophänomenologische Grundlagen und soziologische Analysen. Bielefeld 2012.

2
Robert Gugutzer: "Theorie und Forschungsprogramm der Neophänomenologischen Soziologie", in: Zeitschrift für Soziologie, Bd. 46 (2017), S. 147-166 (hier).

3
Michael Uzarewicz: Der Leib und die Grenzen der Gesellschaft. Eine neophänomenologische Soziologie des Transhumanen. Stuttgart 2011.