Titelbild

Hermann Schmitz

Zur Epigenese der Person

168 Seiten, gebunden
Verlag Karl Alber, Freiburg / München 2017
ISBN 
978-3-495-48868-3 EUR 29,-

Mehr Informationen zu diesem Band finden Sie hier.

Die Person ist nur Person, indem sie zugleich präpersonal ist, und bringt doch etwas unvorhersehbar Neues auf: ihre Fähigkeit zur Selbstbestimmung durch Selbstzuschreibung als Fall mehrerer Gattungen. Mit ihrem Durchbruch aus der Gefangenschaft in Situationen entsteht die Welt als Antwort auf das menschliche Ansprechen mit satzförmiger Rede, die aus Situationen schöpft. Diese Doppelgesichtigkeit von Verankerung und Neubildung in der Epigenese wird in dem Buch an verschiedenen Themen verfolgt. Dazu gehören u. a. Enge und Weite, Leib und leibliche Kommunikation, Sucht, Intentionalität, Geschichte und Praxis.
Am Schluss steht ein Rückblick auf das Abendland. Die antike Philosophie mit Welt- und Menschspaltung, das mittelalterliche Christentum mit Bindung des affektiven Betroffenseins an die Macht als zentrales Thema, die Neuzeit mit dem gegen Situationen und leibliche Kommunikation blinden Weltbild der Naturwissenschaft haben die Menschen vom Einblick in ihr wirkliches Leben abgelenkt. Die noch unverlorene Kraft kritischer Aufklärung lässt einige Hoffnung auf einen Neubeginn des menschlichen Selbst- und Weltverständnisses im Abendland übrig.


Titel Bd. 28

Hilge Landweer, Fabian Bernhardt (Hrsg.)

Recht und Emotion II. Sphären der Verletzlichkeit

376 Seiten, gebunden
Verlag Karl Alber, Freiburg / München 2017
ISBN 
978-3-495-48880-5 EUR 36,-

Mehr Informationen zu diesem Band finden Sie hier.

Dieser Band setzt das in Recht und Emotion I. Verkannte Zusammenhänge (2016) begonnene Vorhaben fort. Dieses impliziert zugleich eine Abkehr von der lange Zeit vorherrschenden Auffassung, dass die Sphäre des Rechts einen affektfreien Raum bildet oder vielmehr bilden sollte. Vielmehr gilt es zu untersuchen, welche Emotionen in welcher Weise für das Recht wichtig, sogar nötig sind und wie umgekehrt rechtliche Prozesse auf Emotionen einwirken. Hierzu versammelt der vorliegende Band Beiträge aus der Philosophie, der Rechtswissenschaft und der Literaturwissenschaft.
Behandelt werden unter anderem rechtsrelevante Emotionen wie Scham, Zorn und Empörung, die Frage des Verzeihens, aktuelle Phänomene wie das Coaching von Richter*innen, das sogenannte Recht auf Wahrheit, die neuerdings zu beobachtende Renaissance von Schamstrafen sowie der Einfluss, den Emotionen auf die Theorie und Praxis des Rechts im Allgemeinen ausüben. Einen gemeinsamen Bezugspunkt bildet dabei der Gedanke, dass das entscheidende Relais zwischen Recht und Emotion in der Erfahrung der Verletzlichkeit zu suchen ist. Dem Unrecht, das begangen wird, entspricht das Unrecht, das jemand erleidet. Dieses Erleiden aber ist seinerseits konstitutiv an die Verletzlichkeit Gebunden.
Sowohl das Recht als auch das Feld der Emotionen lassen sich als Sphären auffassen, die auf jeweils spezifische Weise auf Erfahrungen der Verletzlichkeit antworten. Der Sinn für Gerechtigkeit erweist sich damit auch als ein Sinn für Verletzlichkeit.


Titel Band 27

Stefan Volke, Steffen Kluck (Hrsg.)

Körperskandale. Zum Konzept der gespürten Leiblichkeit

344 Seiten, gebunden
Verlag Karl Alber, Freiburg / München 2017
ISBN 
978-3-495-48857-7 EUR 39,99

Mehr Informationen zu diesem Band finden Sie hier.

Spätestens seit dem »emotional turn« in den Kulturwissenschaften zu Anfang dieses Jahrhunderts ist die Leibphänomenologie von Hermann Schmitz kein Geheim- tipp mehr. Die Zahl der Studien, die sich mit ihr auseinandersetzen, ist heute kaum überschaubar.
Der Band versucht nach knapp einem halben Jahrhundert Wirkungsgeschichte eine Art Zwischenbilanz zu ziehen. Er fragt, inwiefern und in welchen Kontexten sich die von Schmitz erarbeiteten Kategorien des eigenleiblichen Spürens bewährt haben.
Die Beiträge erörtern die gespürte Leiblichkeit in ihrer Verflechtung mit Sachverhalten wie Geschichte, Kultur, Person, Geschlecht sowie als Aktionsfeld leiblicher Kommunikation und zeugen davon, dass das von Schmitz begonnene Projekt über die Philosophie hinaus auch von anderen Wissenschaften stetig ergänzt und weiterentwickelt wird. Vor dem Hintergrund eines sich am Leitmodell des sicht- und tastbaren Körpers orientierenden Denkens konnten sprachliche Ausdrücke für leibliches Erleben nur als »Skandal der Metapher« (Strub) begriffen werden. Die Leibphänomenologie bietet dagegen einen alternativen Zugang, dem aber der Körper, wie Schmitz sagt, zum »Skandal« wird. Diesem schwierigen Verhältnis von Leib und Körper geht der Band nach, um das »Skandalöse« theoretisch einzuholen.

Mit Beiträgen von Kerstin Andermann, Undine Eberlein, Thomas Fuchs, Ute Gahlings, Robert Gugutzer, Christian Julmi / Ewald Scherm, Steffen Kammler, Gudula Linck, Gesa Lindemann, Isabella Marcinski, Jan Slaby, Hermann Schmitz und Jens Soentgen.


Titelbild

Charlotte Uzarewicz

Kopfkissenperspektiven. Fragmente zum Raumerleben in Krankenhäusern und Heimen

144 Seiten, gebunden
Verlag Karl Alber, Freiburg / München 2016
ISBN 
978-3-495-48792-1 EUR 29,99

Mehr Informationen zu diesem Band finden Sie hier.

Menschen leben nicht nur in Räumen, sie sind räumlich. Ausdrücke wie „aus der Haut fahren“ oder „sich im Kreis drehen“ machen die Räumlichkeit der Gefühle deutlich. Wenn wir krank, alt, verwirrt sind oder dauerhaft zum Liegen kommen, hat das räumliche Konsequenzen: Wir nehmen den uns umgebenden Raum anders wahr und unser eigenes Räumlichsein wird ver-rückt. Alle Überlegungen in diesem Buch gehen von der Theorie des Wohnens aus, weil Wohnenkönnen ein Existenzial des Menschseins ist. Wohnen als „Kultur der Gefühle im umfriedeten Raum“ (Schmitz) hat Einfluss auf das Sich-(be)finden in den eigenen vier Wänden, in Krankenhäusern und in Altenheimen. Besondere Zusammenhänge zwischen Architektur und Scham werden erkennbar. Sterben als Prozess des Entwohnens weist räumliche Dimension auf. Daraus erwachsen veränderte Einstellungen zu sich selbst und zu den pflege- und schutzbedürftigen Menschen.


Titelbild Recht und Emotion I

Hilge Landweer, Dirk Koppelberg (Hrsg.)

Recht und Emotion I. Verkannte Zusammenhänge

456 Seiten, gebunden
Verlag Karl Alber, Freiburg / München 2016
ISBN 
978-3-495-48817-1 EUR 39,99

Mehr Informationen zu diesem Band finden Sie hier.

Auf den ersten Blick scheinen die Bereiche von Recht und Emotionen wenig miteinander zu tun zu haben, ist doch die Auffassung weit verbreitet, dass die Sphäre des Rechts von Normen und Werten bestimmt wird, deren Entstehung und Geltung unabhängig von Emotionen sind und auch sein sollten. Das Ziel des vorliegenden Bandes besteht darin, diese etablierte Auffassung in Frage zu stellen und näher zu erkunden, wie der Bedeutung von Rechtsgefühl und für die Sphäre des Rechts einschlägigen Emotionen angemessen Rechnung zu tragen ist. Leitend ist dabei die Frage, welche Emotionen welche Rolle im Bereich des Rechts spielen und gegebenenfalls auch spielen sollten. Der vorliegende Band stellt dazu Antworten und Vorschläge aus Philosophie, Rechts-, Geschichts-, Literatur- und Filmwissenschaft sowie aus der Soziologie vor. Genauer analysiert werden in diesem Zusammenhang u.a. Empathie, Empörung, Rache, Reue, Scham, Schuld, Vergebung, Versöhnung und Zorn in rechtlichen Prozessen. Insgesamt bieten die Beiträge eine Einführung und Grundlegung des neuen interdisziplinären Forschungsbereichs „Recht und Emotion“, der in der angelsächsischen Welt seit ca. 15 Jahren intensiv bearbeitet und mit diesem Band erstmals für den deutschsprachigen Bereich erschlossen wird.


Titelbild Ausgrabungen

Hermann Schmitz

Ausgrabungen zum wirklichen Leben. Eine Bilanz

400 Seiten, gebunden
Verlag Karl Alber, Freiburg / München 2016
ISBN 
978-3-495-48803-4 EUR 29,99

Mehr Informationen zu diesem Band finden Sie hier.

Schmitz zieht in diesem Buch die Bilanz eines mehr als fünfzigjährigen Fortschreitens im Dienst der Aufgabe, den Menschen ihr wirkliches Leben begreiflich zu machen. Er stellt zu diesem Zweck vier Säulen seines Werkes vor - unter den Titeln: Subjektivität, Mannigfaltigkeit, Leib und Gefühl, Welt - und bringt grundlegende Fragestellungen der Neuen Phänomenologie zur Sprache:
Der Leib war seit der antiken Welt- und Menschspaltung vergessen und wird in der neueren Leibphilosophie höchstens als irgendwie ergänzter Körper verstanden. Schmitz arbeitet dagegen die mit dem sicht- und tastbaren Körper unvereinbare Räumlichkeit und Dynamik des spürbaren Leibes heraus und verfolgt diese Dynamik in die leibliche Kommunikation. Gefühle sind weder Seelenzustände noch persönliche Stellungnahmen, sondern räumlich ergossene Atmosphären und leiblich ergreifende Mächte. Die primitive Gegenwart, der Ursprung von Leib, Raum und Zeit, wird in ihrer Entfaltung zur Welt nach fünf Seiten - Raum, Zeit, Sein, Identität, Subjektivität - in Abhängigkeit von der satzförmigen Rede des Menschen verfolgt.
Am Schluss steht ein Rückblick auf das Abendland. Die antike Philosophie mit Welt- und Menschspaltung, das mittelalterliche Christentum mit Bindung des affektiven Betroffenseins an die Macht als zentrales Thema, die Neuzeit mit dem gegen Situationen und leibliche Kommunikation blinden Weltbild der Naturwissenschaft haben die Menschen vom Einblick in ihr wirkliches Leben abgelenkt. Die noch unverlorene Kraft kritischer Aufklärung lässt einige Hoffnung auf einen Neubeginn des menschlichen Selbst- und Weltverständnisses im Abendland übrig.